Stella Förster

Die Arbeiten Stella Försters präsentieren sich als Panoptikum, Wunderkammer, Setzkästen, Schatztruhen, Zeitkapseln einer ganz individuellen, synkrethistischen Mythologie in Form von kaleidoskopischen Installationen. Dabei bildet das Fraktal die Richtschnur für ein großes Ganzes, das sich in makroskopische Details ergießt, um dann, in immer wiederkehrenden Motiven, erneut in überwältigender Fülle zu erscheinen. Chiffrierte Bedeutungen, Vokabeln einer Geheimsprache, Hieroglyphen, für das Zarte wie Aggressive, das gleichsam anziehend wie anzüglich Fruchteinflößende, für das Befriedigende und beschämend nahe an das Unbewusste Kratzende, und für das Dunkele, Verdrängte und Begehrte. Die Installation "yoga per macchina" ist ein Vermächtnis an unsere Maschinenkinder, eine spirituelle Schule, ein Atlas der emotionalen Anatomie, die Bibel eines individuellen synkrethistischen Glaubens, die Schmuckschatulle der abergläubischen Großmutter für die neuronalen Netze. Der Versuch, den Maschinen auf ihrem Weg zur Transzendenz auch unsere Irrationalität, die Schönheit im Gebrochenen, die Genialität des Zufalls und die Unerträglichkeit des Perfekten zu lehren. Stella Försters Arbeit verführt den Betrachter sich überreizen zu lassen und bietet auf projektiver Ebene Zutritt sich selbst im Dickicht der Verweise wiederzufinden.

Nicolai Nitsch



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